Innovative Ideen bedürfen innovativen Kapitals

  • Oktober 12, 2015

Banken gelten als innovativ, wenn es darum geht, neue Derivate zu entwickeln, gerade im Bereich Zertifikate, die dann unter die Kundschaft gebracht werden. Innovativen Geschäftsideen von Existenzgründern, die auch noch finanziert werden sollen, stehen sie dagegen eher zurückhaltend gegenüber. Das Verlustrisiko bei einem Derivat liegt ja schließlich beim Kunden, nicht bei der Bank. Diese verdient nur ihre Provision. Anders sieht es bei einem Existenzgründungskredit aus. Dieses Risiko eines möglichen Kreditausfalls mögen bitte andere übernehmen. Dass dieses Vorgehen allerdings langfristig keine echte Kundenbindung darstellt, dürfte selbstredend sein. Und dass es durchaus Dritte gibt, die Kapital zur Verfügung stellen, zeigt, dass es durchaus einen Kreditmarkt abseits der Geldhäuser gibt.

Crowdfunding – Geldquelle für Start-ups

Bei der Sichtweise der Banken darf allerdings nicht vergessen gehen, dass diese im Fall einer Unternehmensgründung in den meisten Fällen der alleinige Geldgeber sind. Damit liegt das Ausfallrisiko in voller Höhe bei ihnen. Anders verhält es sich beim Crowdfunding. Hier wird das Darlehen auf zahlreiche Geldgeber verteilt, das Risiko minimiert. Jeder Investor entscheidet selbst, mit welcher Summe er sich an einer Finanzierung beteiligen möchte. Ein bekanntes Beispiel für eine Crowdfunding-Finanzierung bietet der Film „Stromberg“, der ausschließlich aus privaten Geldern finanziert wurde. Heute freuen sich die Geldgeber über einen steten Rückfluss der Mittel einschließlich attraktiver Zinsen. Der Gedanke, sich Gelder bei privaten Anlegern zu suchen, ist nicht neu, in Deutschland allerdings noch nicht so etabliert, wie im angelsächsischen Ausland. Großbritannien und die USA blicken hier auf eine recht lange Tradition zurück. Die britische Regierung betrachtet diese Form der Finanzierung als echte Option, die Machtstellung des Bankgewerbes zu mindern. Es tut sich allerdings auch einiges im deutschen Bankensektor.

Direktbanken zeigen sich innovativ

Innerhalb der deutschen Bankenlandschaft kommt es seit einiger Zeit gerade im Bereich Wertpapieranlage zu einem Umbruch. Direktbanken zeigen mit neuen Depotmodellen, dass es zu einer Abkehr von den Gebührenmodellen der Filialbanken und Sparkassen kommt, wie beispielsweise auf dem Fachportal depotvergleich nachzulesen ist. Anleger, die auf der Suche nach einer neuen oder der ersten Depotbank sind, kommen im Grunde an einem Anbietervergleich nicht vorbei. Zu unterschiedlich sind die Konzepte der Direktanbieter. Gemeinsam ist ihnen fast allen der Wegfall der Depotgebühren, die von den Instituten vor Ort nach wie vor eisern berechnet wird. Man kann den Banken nicht pauschal vorhalten, dass sie keine neuen Wege gehen würden. Fest steht jedoch, dass sich Crowdfunding als Finanzierungsquelle junger Unternehmen immer mehr durchsetzt und deutlich bessere Chancen für eine Kreditaufnahme bietet, als das klassische Gespräch bei der Bank.