Ein Treffen Von Sieben Jungen Erwachsenen Zur Planung Eines Start-ups

Startup-Finanzierung leicht gemacht

  • Juli 18, 2017

 

Mit der einen genialen Geschäftsidee sich selbstständig machen und reich werden – das wünschen sich wohl die meisten Deutschen. Doch eine gute Idee zu haben reicht nicht. Denn ein Start-up-Unternehmen aufzuziehen, bedarf nicht nur der Geschäftsidee. Planung, Umsetzung und vor allen Dingen die Finanzierung sind elementar für den Erfolg. Speziell die Finanzierung stellt die Existenzgründer regelmäßig vor eine schwierige Entscheidung: Privatkredit, Gründerzuschuss oder doch Crowdfunding? Die Finanzierung eines Start-up-Unternehmens kann auf verschiedene Weise gelingen.

 

Ein Treffen von sieben jungen Erwachsenen zur Planung eines Start-ups

Bild: Ein Start-up zu gründen benötigt eine ausgereifte Planung in puncto Geschäftsmodell, Umsetzung und Finanzierung. Bildquelle: oneinchpunch – 413677120 / Shutterstock.com

 

Eine Idee reicht nicht

Die eine Idee, mit der man sich selbstständig macht und Erfolg und Reichtum erlangt. Geträumt hat von diesem Szenario wahrscheinlich fast ein jeder schon einmal. Doch eine gute Idee ist nicht gleichzusetzen mit einem erfolgreichen Unternehmen. Dieses bedarf noch vieler weiterer Faktoren wie beispielsweise:

  • den Planungsprozess
  • die Umsetzung
  • die Finanzierung

Für die Planung einer Existenzgründung beziehungsweise eines Geschäftsmodells sind ein konkretes Konzept sowie ein Businessplan elementar wichtig. Doch was nützt die perfekte Idee, wenn die Umsetzung an der mangelnden Finanzierung scheitert? Lohnt sich die Aufnahme eines Privatkredits oder gibt es mögliche Kooperations- und Finanzierungspartner?

Ein Kredit erscheint zunächst einmal als schnellste und einfachste Lösung, doch der Schein trügt. Banken lassen sich mangelnde Bonitäten, fehlende Sicherheiten oder hohe Risikofaktoren, wie sie bei Existenzgründungen in der Regel vorhanden sind, mit nicht unerheblichen Aufschlägen am Zinsmarkt teuer bezahlen.

Sich vorab ausgiebig auf Portalen wie www.finanzen-ratgeber.org zu informieren, ist zunächst einmal die sinnvollere Option. Es gibt allerdings auch mehr Möglichkeiten als den handelsüblichen Bankkredit, sich eine gesunde Finanzierung für die Gründung des Start-ups zu sichern.

Nur jedes zweite Start-up überlebt

Abhängig vom Geschäftsmodell und der zukünftigen Branche gestaltet sich auch die Finanzierung einer Existenzgründung unterschiedlich schwierig. Die Gründung eines Restaurants ist selbstverständlich mit höheren Kosten zu veranschlagen als die Produktion von selbstgemachten Schmuckstücken von zu Hause aus. Dementsprechend fallen auch das finanzielle Risiko und damit auch die Risikobewertung durch potenzielle Geldgeber unterschiedlich aus.

Dennoch sind die ersten Geschäftsjahre für jedes Start-up-Unternehmen eine besonders risikoreiche und unsichere Zeit. Da stellen sich Fragen wie:

  • Wie kommt die Geschäftsidee an?
  • Entwickelt sich der Kundenstamm positiv?
  • Funktionieren die Umsetzungsprozesse?
  • Ist das Konzept zukunftsfähig?
  • Trägt sich das Modell auf finanzieller Basis selbst?

Die ersten drei Jahre überleben nur rund ein Drittel der Existenzgründungen. Der Rest scheitert bereits an den großen Hürden und Herausforderungen der ersten Jahre. Von den überlebenden Start-ups schafft gar nur jedes zweite die ersten fünf Jahre.

Begründet liegt dies meistens in den fehlenden finanziellen Mitteln und Einnahmen oder der falschen Wahl bei der Finanzierung der Existenzgründung. Horrende Kreditzinsen können schon mal jeglichen erzielten Gewinn zunichtemachen. Deswegen ist die richtige Wahl bei der Finanzierung elementar wichtig für das Überleben des Start-ups. Die Auswahl zwischen den Finanzierungsmodellen ist heutzutage allerdings deutlich größer, als es vor 15 Jahren noch der Fall war.

Staatliche Förderung, aber nur unter Voraussetzungen

Eine Möglichkeit für die Finanzierung der Existenzgründung ist die staatliche Förderung. Diese ist unter dem Gründerzuschuss benannt. Dieser staatliche Zuschuss für die Existenzgründung gilt allerdings ausschließlich für bisher erwerbslose Personen. Auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit heißt es:

„Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die durch Aufnahme einer selbständigen, hauptberuflichen Tätigkeit die Arbeitslosigkeit beenden, können zur Sicherung des Lebensunterhalts und zur sozialen Sicherung in der Zeit nach der Existenzgründung einen Gründungszuschuss erhalten. Ein direkter Übergang von einer Beschäftigung in eine geförderte Selbständigkeit ist nicht möglich.“

Mit diesem Gründerzuschuss sollen Erwerbslose motiviert und unterstützt werden, aktiv die Arbeitslosigkeit zu beenden. Der Gründerzuschuss beinhaltet für die ersten sechs Monate einen Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes.

Dadurch wird die Sicherung des Lebensunterhalts gewährleistet. Zudem erhalten die Gründer 300 € zur sozialen Absicherung. Für Existenzgründer, die nicht aus der Arbeitslosigkeit kommen, existieren keine staatlichen Fördermittel. Alternative Finanzierungsmöglichkeiten bestehen aber dennoch.

Kreditmarkt – klassisch, privat oder gefördert

Die gängigste Form der Gründungsfinanzierung ist sicherlich der Kredit. Das aktuell sehr niedrige Zinsniveau ist für Sparer zwar ein Nachteil, Existenzgründer profitieren allerdings von dem günstigen Geld. Neben den klassischen Bankkrediten, entweder als Unternehmen oder als selbstständige Privatperson, sind Ratenkredite mit Festzins-Vereinbarungen für Existenzgründern von Vorteil, da ausreichend Absicherungen gegen potentielle Zinserhöhungen bestehen. Zudem sind die Kredite durch die niedrigen Zinsen sehr preiswert geworden.

Früher (vor dem Ausbruch der Finanzkrise) waren Zinsen von über acht Prozent noch an der Tagesordnung. Heute bewegen sich die Zinsen meistens um die Vier-Prozent-Marke. Mit sogenannten Förderkrediten für Existenzgründer können die Zinsen sogar bis auf zwei Prozent gesenkt werden, da die Europäische Union die Garantie der Rückzahlung der Kredite übernimmt. Bedeutet im Klartext: Bei einem Rückzahlungsausfall des Kredits durch den Existenzgrüner aufgrund einer möglichen Insolvenz übernimmt die EU die Kosten.

Das vereinfacht zwar die Kreditvergabe, dennoch sind eine durchdachte Geschäftsidee und vielversprechende Zukunfts- und Marktchancen die Grundvoraussetzung für die finanzielle Förderung. Es gibt aber auch Finanzierungsmöglichkeiten, bei denen zunächst auf Zinsen verzichtet wird und bei denen keine Kreditinstitute von dem Business-Modell überzeugt werden müssen.

Infografik zum Kreditvolumen in Deutschland

 

Infografik: Kreditvolumen in Deutschland
Infografikquelle: eigene Darstellung

 

Moderne Alternative: Crowdfunding

Eine dieser Varianten ist das Crowdfunding. Hierbei handelt es sich um eine Art Spendenaufruf über speziell dafür ausgerichtete Internet-Portale. Start-ups können dort ihre Idee, die benötigte Kapitalsumme und bei erfolgreichem Verlauf anstehende Gegenleistungen vorstellen und um Finanzierungsgelder werben. Die Gründer können zudem via sozialer Netzwerke auf ihr Projekt aufmerksam machen und potenzielle Geldgeber und Spender erreichen.

Kommt die anvisierte Spendensumme innerhalb einer vorab fixierten Zeitspanne zusammen, kann das Projekt an den Start gehen. Die Gegenleistung kann zwar prinzipiell aus einer monetären Rückzahlung bei entsprechendem Erfolg bestehen, in der Regel sind die Gelder aus dem Crowdfunding aber reine Spendengelder, für die es eine kleine materielle Aufmerksamkeit als Dankeschön gibt. Zudem berichten die Existenzgründer meistens mit Hilfe eines Online-Tagebuchs über den Stand des Projekts.

YouTube-Video

Video: Was versteht man unter Crowdinvesting, Crowdfunding und Crowdlending?

 

Engel der Wirtschaft

Als eine weitere Alternative besteht das Netzwerk „Engel der Wirtschaft“. Es handelt sich bei den Mitgliedern üblicherweise um andere Geschäftsleute, die, im Gegenzug von vertraglich vereinbarten Unternehmensanteilen und Mitspracherecht bei der Umsetzung des Projekts, das benötigte Kapital zinsfrei zur Verfügung stellen.

Das Risiko für die Existenzgründer erscheint bei diesem Finanzierungsmodell zunächst recht gering, der mögliche spätere Unternehmensprofit für die Gründer fällt aber in den meisten Fällen deutlich ebenso gering aus.

Bildquelle: oneinchpunch – 413677120 / Shutterstock.com